Bedeutet gewaltfreie Kommunikation immer Friede, Freude, Eierkuchen?


Wer das geglaubt hat, denn muss ich jetzt leider enttäuschen. Es geht viel mehr um authentischen Ausdruck. In der Kindheit, haben viele von uns gelernt, das Ärger und Wut etwas unschönes sind. Vielleicht habt ihr solche oder ähnliche Aussagen schon einmal gehört:


„Führ dich nicht so auf!“ „Schau mal in den Spiegel, jetzt bist du kein schönes Mädchen mehr!“ „Sei doch nicht so unhöflich!“ „Na gut, dann bekommst du, ..... nicht!“ „Dann kannst du gleich gehen!“ „Wenn ich mit meinen Eltern so gesprochen hätte, dann hätte ich schon eine gefangen!“ usw.


Die Liste lässt sich wahrscheinlich ins endlose Fortsetzen. In allen Aussagen steckt, die gleiche Botschaft:


„Du bist nicht Ok.“ „Dein Ärger ist hier nicht willkommen“


Es wundert daher nicht, dass viele ihren Ärger lieber runter schlucken. Häufig wird mit unbeteiligten Personen über den Ärger gesprochen, was im optimal Fall hilft, sich dem Ärger zu stellen.

Im schlechtesten Fall kommt es jedoch zu keiner Lösung und der Ärger wird noch aufgebauscht. Das kostet enorme Energie.

Dabei ist Ärger nichts anderes, als ein Signal, das etwas aufzeigen möchte. Ein wertvoller Indikator, der uns auf unsere Bedürfnisse aufmerksam macht.

Wären alle unsere Bedürfnisse abgedeckt, bräuchten wir uns schließlich nicht zu ärgern.

Verärgert zu sein, und gleichzeitig zuckersüß zu lächeln, wäre daher nicht authentisch. Es wirkt nicht nur unecht, es führt auch zu Verwirrung, weil Doppelbotschaften ausgesendet werden.

Dabei kann Ärger und Wut eine Kraftquelle sein, damit etwas in Bewegung gebracht wird. Wer sich ärgert, richtet sich automatisch auf, bekommt mehr Körperspannung, spricht klar, laut und deutlich. Bekommt der Ärger Ausdruck, kann dies unglaublich erleichternd sein. Es ist ein, für sich selbst einstehen und hat auch mit Selbstliebe zu tun.

In der gewaltfreien Kommunikation, wird gerne von Wolf- und Giraffensprache gesprochen. Der Wolf, der reißerisch an die Sache herangeht und die Giraffe, die alles von oben betrachtet und die Bedürfnisse aller erkennt. Hat der Wolf das Wort, kann es vorkommen, dass auch Sachen gesagt werden,

die einem hinterher leid tun. Es wird gesprochen ohne zu überlegen, oder der Wolf kann nicht mehr und beißt zurück, um nicht noch mehr ertragen zu müssen.

Wie zu erkennen ist, hat daher auch der Wolf seine Berechtigung, und ist unser persönliches Schutztier, mit dem ruhig Frieden geschlossen werden darf.

Auch die Giraffe, kann laut werden, nur gelingt es ihr den Ärger als gute Kraft zu kanalisieren und bringt ihre Gefühle und die Sachlage leichter und schneller auf den Punkt. Ihr gelingt es, gut in sich selbst und den Gegenüber hinein zu spüren.

Nicht immer sind wir auf Konflikte vorbereitet, dann geht alles recht schnell und wir wissen gar nicht wie uns geschehen ist. Der Konflikt ist nicht bereinigt und köchelt noch weiter. In so einem Fall hilft es sich Zeit zu nehmen und die 4 Schritte der GFK durchzuspielen.


1. Die Beobachtung 2. Die damit verbundenen Gefühle 3. Die Bedürfnisse 4. Die Bitte


Früher habe ich gerne, einen Zettel genommen und jeden einzelnen Schritt genau aufgeschrieben. Das hilft Klarheit zu gewinnen um was es wirklich geht.

Heute mache ich gerne einen „Einfühlungstanz“ mit Bodenankern. Beides kann sehr nützlich sein, um den Konflikt gut zu Ende zu bringen.

Wenn dich das Thema interessiert, kann ich dir das Buch „Gewaltfreie Kommunikation - Eine Sprache des Lebens“ von Marshall B. Rosenberg empfehlen.




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Melanie Hetterich

Österreich, Wien   0676/7738977               

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