Gedanken zum Sonntag
- Melanie Hetterich

- 2. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Weißt du, was ich richtig toll finde?
Am Sonntag in die Kirche zu gehen und danach gesegnet nach Hause zurückzukehren.
Ich gebe zu, nicht jede Messe ist für mich gleich, aber den heutigen Gottesdienst fand ich sehr besonders.
Schon in der Früh nach dem Aufstehen habe ich mich mit der heutigen Bibelstelle befasst und sie für mich ausgelegt...
passend zu dem, was mich ohnehin beschäftigt.

(Unsere Katze Ronja, fand das wie immer auch sehr entspannend.)
Später wurde mir der Text in der Messe nochmals vorgelesen.
Ich wusste genau, worum es ging, und war bereits darauf eingestellt.
Dann wurde der Text aus einer anderen Perspektive vorgestellt,
was mich ebenfalls tief berührt hat.
Ich habe mir diesen Satz herausgenommen:
„Neigt euer Ohr und kommt zu mir, hört und ihr werdet aufleben.“
Meine Gedanken dazu drehten sich darum, wie wichtig es ist, sich nach innen zu wenden und zu fühlen.
Auf das eigene Herz zu hören und in Kontakt mit der inneren Stimme zu treten, die weit mehr ist als unser reiner Verstand.
Der Verstand liebt es, Dinge einzuordnen, und hätte am liebsten alles unter Kontrolle. Das ist ein Versuch, Sicherheit zu erlangen.
Doch jeder Tag und jede Situation sind anders.
Ein starrer Verstand ist oft hinderlich und steht uns im Weg, klare Entscheidungen zu treffen.
Entscheidungen, die nicht nur entlasten, sondern auch dem Wohl aller dienen.
Damit ein Zugang zu dieser inneren Stimme überhaupt möglich ist, braucht es jedoch Vorbereitung:
Es braucht unseren Körper.
Das Bewusstsein dafür, dass unser Körper eine Art Kirche und das Herz darin der Tempel ist.
Wenn wir nicht genug schlafen, uns schlecht ernähren oder uns vernachlässigen, kostet das Kraft, die uns am Ende fehlt.
Ein gutes Körpergefühl macht es leichter zu erkennen, dass Gottes Wissen in uns liegt.
Den Körper mit all seinen Bedürfnissen anzunehmen und gut für ihn zu sorgen, ist deshalb enorm wichtig.
In der Messe wurden meine Überlegungen wunderbar durch eine erzählte Geschichte ergänzt.
Es ging darin um eine Pflegerin, die über den großen Zeitmangel in ihrem Beruf klagte. Sie erzählte, sie alle würden im Alltag nur der
Regel der 3 S folgen: sauber – satt – sicher
weil für mehr meistens keine Zeit bleibt. Doch dabei fehle ein entscheidendes viertes S:
der Sinn.
Dieses vierte S hat mich zutiefst berührt.
Unsere Seele braucht schließlich auch Nahrung, und genau diese finden wir im Sinn. Eine Aufgabe erfüllt uns doch dann am meisten, wenn sie sinnvoll ist.
Das nährt uns, bestärkt uns und führt uns zu einer tiefen inneren Erfüllung. Sinnloses hingegen kostet uns nur Kraft und Energie.
Es stiehlt uns wertvolle Zeit und kann unerträglich langweilig werden.
Bei pflegebedürftigen Menschen kann Sinnlosigkeit sogar dazu führen, dass sie in eine Depression verfallen, weil sie keine Perspektive und keinen Sinn mehr in ihrem Alltag sehen.
Im Sinn finden wir die echte Lebendigkeit und die Freude.
Sinn macht uns bodenständig, geerdet und schenkt uns Motivation. Sobald eine Sache für uns sinnvoll erscheint, sind wir fokussiert, konzentriert und wachsen manchmal sogar über uns selbst hinaus.



Kommentare