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Warum freie Bildung?

Heute möchte ich erzählen, warum wir vor vielen Jahren beschlossen haben, der Schule den Rücken zu kehren.

Als Mama von vier Kindern konnte ich, durch meine Offenheit und meine Neugier, nahezu die gesamte Bildungslandschaft kennenlernen:


Privatschule, Montessori, Waldorf, Öffentliche Schule, Neue Mittelschule, Gymnasium, Freilernen und Homeschooling.


Ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch. Für mich gibt es kaum etwas Schlimmeres, als monoton in einem Hamsterrad zu stecken ganz nach dem Film „Täglich grüßt das Murmeltier“.

Und genau so fühlte sich mein Leben an.


Ich war berufstätig, meine Kinder im Kindergarten und in zwei verschiedenen Schulen, und ich hatte das Gefühl: Das ganze Leben besteht nur noch aus Pflichten. Selbst an den Wochenenden hieß es: lernen für den nächsten Test.


Das sprengte oft unsere Familie.


Manchmal versuchte ich zu kompensieren, verlagerte das Lernen in die Straßenbahn oder in die Natur... doch es änderte nichts daran, dass Lernen eine belastende Angelegenheit blieb.


Meine Kinder spürten sehr genau, dass ich nicht hinter dem Schulsystem stand. Und das machte es für sie noch schwerer, die Schulpflichten zu erfüllen.

Es kam immer wieder zu unangenehmen Elterngesprächen und einem ständigen Gefühl von Unbehagen.


Zusätzlich empfand ich die Schule als massive Einschränkung der wahren Potenziale, die meine Kinder in sich trugen. Es ging sogar so weit, dass verlangt wurde, ihre eigentlichen Berufungen hintenanzustellen. Zum Beispiel weniger Ballett, keine Auftritte, keine Vorstellungen.


Irgendwann hatte ich genug von diesem Leidensdruck.

Ich wollte mehr für uns als Familie.

Ich wollte ein befreites Leben.

Ich wollte, dass meine Kinder mehr Zeit für ihre Leidenschaften haben.

Dass sie spüren lernen, wohin es sie zieht.

Dass sie durch Versuch und Irrtum lernen dürfen.

Dass sie sich selbst kennenlernen und zu gesunden,

glücklichen Erwachsenen heranwachsen.


Sehr schnell stellte ich fest, dass häuslicher Unterricht oft nur eine Verlagerung von Schule nach Hause ist.


Und dass Lernen plötzlich zwischen uns stand.

So kamen wir relativ rasch zum Freilernen.

Freilernen bedeutet für uns, den Kindern größtmögliche Freiheit zu ermöglichen... nach ihrem inneren Bauplan zu lernen und nicht nach einem Lehrplan.


Die größten Herausforderungen dabei waren:


- Vertrauen in den inneren Bauplan des Kindes

- Ein Umfeld, das diesen Weg nicht versteht

- Und nicht zuletzt die gesetzliche Lage


Diese drei Punkte waren meine ständigen Begleiter.


Fragen wie:


Was, wenn mein Kind immer noch nicht liest und von Rechnen keine Ahnung hat?

Was, wenn das Umfeld beginnt zu urteilen oder sogar zu kontrollieren?

Wie gehe ich mit Behörden um? Wie bleibe ich ihnen immer einen Schritt voraus?


Ich bin aus dem Hamsterrad ausgestiegen, aber es war kein einfacher Weg.

Das möchte ich ganz klar sagen.

Und ich verstehe auch alle, die sich diesen Weg nicht antun wollen.


Warum es sich für uns trotzdem gelohnt hat, ist die gemeinsame Zeit.

Die vielen Momente, die mich staunen ließen.

Die Kreativität und Ernsthaftigkeit, die zum Vorschein kamen.

Die Disziplin.... aber manchmal auch die Überforderung, wenn zu viel Verantwortung übernommen wurde.


Ich bin fasziniert von meinen vier Kindern.

Sie sind alle sehr verschieden, wie die Himmelsrichtungen.

Sie gehen alle ihren eigenen Weg, auf ihre ganz individuelle Art.


Auch ohne klassische Abschlüsse, weil sie wahre Persönlichkeiten sind.

Alle haben ihren Beruf gefunden.

Alle spüren ihre Kraft in dem, was sie tun.


Zum Schluss ist mir noch wichtig zu sagen:


Ich war und bin immer offen für Veränderung und für das, was sich stimmig anfühlt.


So ging ein Kind niemals in die Schule und hat auch keine Prüfungen gemacht.

Ein anderes wollte nach einiger Zeit des Freilernens wieder in die Schule – und dann doch nicht mehr.

Und das jüngste ist tatsächlich eine Homeschoolerin, die jedes Jahr eine Externistenprüfung macht.

Einfach, weil es leicht geht und ich mich nicht mit Behörden herumschlagen muss.

Davon habe ich nämlich wirklich genug.


Meine liebste Form ist eindeutig das Freilernen.


Noch ist es in Österreich nicht offiziell anerkannt und trotzdem ist es für mich die stimmigste, menschlichste und nachhaltigste Form von Bildung.


Nicht, weil sie einfach ist, sondern weil sie dem Menschen vertraut.

Ich glaube sogar, dass Freilernen die Zukunft ist.

Weil es immer wichtiger wird, auf sich selbst zu vertrauen.


Die Welt ist voller Schein und Trug.

Wissen ist jederzeit abrufbar.

Doch Stimmigkeit, innere Klarheit und echte Erfahrung

können nicht ausgelagert, nicht übertragen und niemandem abgenommen werden.


Interessiert dich das Thema "freie Bildung"?


 
 
 

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