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Gedenken an meinen Schwiegervater

Heute vor zehn Jahren ist mein Schwiegervater Valeriy Pawlowitsch Sytssschov im Alter von 59 Jahren gestorben.

Er war ein besonderer Mensch in unserer Familie.

Er war die große Lebensliebe einer Frau und der Herzensvater eines Kindes, das nicht seines war.

In jungen Jahren hat er sich nicht nur in seine Partnerin verliebt, sondern auch in ihren Sohn. Er hat seine Liebe geschenkt, sein Bestes gegeben und Familie getragen, so gut es ihm möglich war.

Er war nicht perfekt, aber menschlich.

Er hat vorgelebt, wie man eine Frau ehrt und für sie da ist.

Wie man nach einem Streit weitermacht und zur Versöhnung findet.

Wie man im Alltag mit Kleinigkeiten Liebe nährt und sie nicht für selbstverständlich nimmt.

Ich selbst konnte ihn leider nicht näher kennenlernen. Ich erinnere mich an sein Aussehen, groß, wie ein sanfter Riese. Eine Zeit lang hat er immer wieder angerufen, als wir frisch Eltern geworden waren.

Ich sprach seine Sprache nicht und doch habe ich ihn wahrgenommen.

Ich habe gespürt, dass seine Last groß gewesen ist.

Dass dieser Mann sich vieles anders gewünscht hätte,

ihm aber die Kraft dafür gefehlt hat.

Ich würdige seinen Lebensweg.

Nicht jeder schafft es, trotz besten Wollens, in die eigene Stärke zu kommen.

Oft sind die inneren Verstrickungen tief und es wäre falsch, darüber zu urteilen.

Was bleibt, ist die Liebe.

Die Erinnerungen.

Die Dankbarkeit.

Das Gute, das ein Mensch tut, verschwindet nicht.

Es lebt weiter in Beziehungen, in Familien, über Generationen hinweg.

Es nährt, stärkt und trägt andere, oft lange nach dem eigenen Leben.

Manches war schwer.

Doch nichts war umsonst.


 
 
 

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