Selbstliebe vs. Egoismus
- Melanie Hetterich

- 31. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Als ich begonnen habe, mir selbst mehr Aufmerksamkeit zu schenken, habe ich schnell gemerkt, wie gut mir Selbstfürsorge tut.
Alles, was meinen Kindern an Fürsorglichkeit und Liebe zugutekam, darf nun auch ich selbst genießen.
Diese Qualität in mir nenne ich meine innere Mutter.
Sie sorgt gut für meinen Körper.
Sie schützt mich vor zu vielen Reizen.
Sie hört mir zu und nimmt meine Gefühle ernst.
Sie spendet Trost und führt mit liebevoller Konsequenz.
Sie kümmert sich zeitnah um mich.
Ich bin kein Baby, das sofort gestillt werden muss.
Aber ich bin wichtig.
Und sobald sich die nächste Gelegenheit bietet, finde ich Halt im Kontakt mit ihr.
Zum Beispiel, indem ich eine Situation verlasse, kurz aufs stille Örtchen gehe, Post hole oder mir einen Moment für mich nehme.
Ich stelle mich immer wieder neu an erste Stelle.
Das zeigt sich ganz konkret darin, dass ich nicht immer zur Verfügung stehe, dass Gespräche warten dürfen oder Termine abgesagt werden und dass es weniger Gefälligkeiten gibt.
Dieses Warten schafft Raum.
Raum, um den richtigen Moment zu finden, klarer zu werden und – statt aus der Reaktion heraus noch mehr Leid zu erzeugen – einander wirklich zu begegnen und Lösungen zu finden.
Kürzlich hat jemand zu mir gesagt:
„Aber wenn wir immer nach unseren Empfindlichkeiten gehen, dann bleiben viele Aufgaben liegen.
Wer kümmert sich dann um die Dinge, die anstrengend sind und keine Freude machen?“
Ich verstehe, was damit gemeint ist.
Und meine neue persönliche Sicht darauf ist:
Wir Menschen haben sehr unterschiedliche Stärken.
Wir sollten vorsichtig sein mit falschem Pflichtbewusstsein.
Es kostet enorm viel Energie.
Vielleicht gibt es jemanden, der für eine bestimmte Aufgabe viel besser geeignet ist.
Auch der Unterschied zwischen „ich muss“ und „ich möchte“ macht enorm viel aus.
Wenn ein echtes inneres Ja da ist, dann sind Anstrengung und Herausforderungen kein Problem.
Sie führen zu Wachstum… manchmal sogar zu Erfüllung.
Ich bin überzeugt davon, dass jeder von uns Schätze in sich trägt, die für diese Welt gebraucht werden.
Manchmal sind diese Goldnuggets verschüttet durch zu langes Funktionieren und das Erfüllen eigener oder fremder Erwartungen.
Werden sie freigelegt, kommen wir unserer Berufung näher.
Vielleicht findest du auch so einen Anteil in dir und möchtest ihm einen Namen geben.
Mutter sein ist dafür keine Voraussetzung.
Vielleicht ist es ein Schutzengel, eine innere Managerin, eine Weise, eine Freundin …



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