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Was dann bleibt, ist Liebe

Lange Zeit glaubte ich, dass die Erbsünde eine Erfindung der Kirche sei, um uns Menschen klein zu halten. Mein Gedanke war:


Nein, das ist nicht so. Jedes Kind, das auf diese Welt kommt, ist rein und vollkommen, und es gilt, dieses Wesen zu schützen und zu bewahren.

Ich glaube nach wie vor, dass jedes Wesen mit diesem reinen Licht ausgestattet ist.

Und doch, weitergedacht, wird jedes Kind durch sein Familiensystem geprägt.


Es nimmt bereits lange vor seiner Geburt das Energiefeld wahr.

Bin ich gewollt?

Gibt es Ängste?

Unsicherheiten?


Diese ersten Wahrnehmungen beeinflussen uns, ohne dass wir es wissen.

Sie erzeugen unbewusste Abmachungen und Rollen.

So entstehen die sogenannten blinden Flecken, die unser Leben mitbeeinflussen.


Ich selbst habe als Mutter immer mehr als 100 % gegeben, in dem festen Glauben, das Richtige zu tun. Und ohne es zu merken, begann ich, ähnliche Muster weiterzugeben wie meine Eltern.


Ich war überzeugt, dass das, was ich gebe, reine Liebe ist.

Was ich damals nicht erkannte: Nicht alles, was wir tun, ist wirklich Liebe, weder zu uns selbst noch zu unseren Kindern.


Manches ist ein Aufrechterhalten eines Familiensystems, das als Kind nicht hinterfragt werden kann, weil das eigene Überleben davon abhängt.

Diese Erkenntnis schmerzt. Und sie befreit.


Es schmerzt zu erkennen, dass ich trotz besten Gewissens Fehler gemacht habe.

Und es zeigt mir gleichzeitig, dass ich Mensch bin, mit einem Erbe.


Nicht perfekt.

Nicht allein damit.


Im Zuge dieses Erkennens wird mir bewusst, dass viele Menschen lange getragen haben, oft ohne es so zu nennen. Vieles wurde aus Liebe getan, und erst später zeigt sich, dass Liebe manchmal nur ein Deckmäntelchen für Überleben ist.


Dieses Bewusstwerden ist nicht bequem.

Gerade in Zeiten der Veränderung, besonders dort, wo es als Elternteil turbulent wird, zeigt sich für mich immer deutlicher:


Es geht nicht um Perfektion, sondern um Bewusstwerden.

Das versöhnt mich mit all jenen, die vor mir waren. Und es versöhnt mich mit mir selbst.


Was dann bleibt, ist tatsächlich Liebe.



 
 
 

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